Kündigung im Urlaub

Es belegt den Anstand vieler Arbeitgeber, dass sie der Meinung sind, einem/r Arbeitnehmer/in könne während des Urlaubs oder einer krankheits-/unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit nicht gekündigt werde.
Rechtlich trifft dies nicht zu. Wirtschaftlich schadet sich der Unternehmer u.U. selbst, wenn er nicht rasch ein Arbeitsverhältnis beendet, dem keine Zukunft mehr beschieden ist, da er womöglich Ansprüche auf Urlaubsabgeltung befriedigen muss.
Wohin aber schickt der Arbeitgeber die Kündigung, der weiß, dass der Arbeitnehmer in Urlaub oder im Krankenhaus ist ? An die letzte ihm vom Arbeitnehmer mitgeteilte Heimatanschrift.
Bei (nachweisbarem !) Einwurf in den Hausbriefkasten bis 13 Uhr gilt die Kündigung als an diesem Tag zugegangen, und es beginnt der Lauf der dreiwöchigen Klagefrist nach dem Kündigungsschutzgesetz (Bundesarbeitsgericht 2 AZR 224/11 v. 22.3.2012). Nur in Ausnahmefällen, wenn z.B. dem Arbeitgeber die Urlaubsanschrift bekannt ist, würde die Zustellung an der Heimatanschrift als treuwidrig anzusehen sein und der Fristbeginn verschoben.